Nur Mut!

Selten habe ich so eine harmonische und die gesamte Person erfassende Veranstaltung erlebt wie die Enquete „Inspiratiooon 2.0“ im Niederösterreichischen Landtag am 16. September 2022. Ähnliche Rückmeldungen kamen von mehreren Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Was machte die Harmonie aus?

Ohne die riesigen Nöte unserer Zeit auch nur im Geringsten verniedlichen zu wollen, sollte ein Schwung der Ermutigung vermittelt werden. Dies wurde schon zu Beginn spürbar, als uns Thomas Kollers Theatergruppe szenisch am Alltag der Generationen teilnehmen ließ. Die Fragen lagen offen auf dem Tisch. Der Präsident des NÖ Landtages und Gastgeber des Tages, Karl Wilfing freute sich über die Enquete, der er gerne Raum im Landtagssaal gab. Menschen, die im Leben Glück gehabt haben, sollten etwas von diesem Glück zurückgeben.

Martin Lammerhuber, Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, aus der Schule der Katholischen Aktion kommend, führte durch die Tagung. Mit Edgar Wolf, einem erfahrenen Chorleiter, haben wir zwischendurch gemeinsam gesungen. Helga Edtbrustner, Gesundheitstrainerin, animierte die TeilnehmerInnen zu fröhlicher Bewegung. So wurde der Tag zu einem gelungenen Beispiel ganzheitlicher Tagesgestaltung.

An Hand der Erfahrungen in der Gruft, einer Caritasnotschlafstelle mit Ausspeisung in Wien, vermittelte Rainald Tippow vier Strategien der Hoffnung: 
Dankbarkeit entwickeln – nichts ist selbstverständlich;
Frei werden vom Vergleich mit anderen;
Glück (Lebenszufriedenheit) ist Talent zum Schicksal 
Das Streben nach Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zum Sinn unseres Daseins machen.

Helmut Schüller erinnerte an Viktor Frankl und dessen Lehre, zusammengefasst in: „Wer ein Wofür hat, erträgt fast jedes Wie“. Aus Erfahrung im Umgang mit Pflegebedürftigen rät er, zuzuhören, zu Dankbarkeit zu raten und zu beten. Bestehende Konflikte, die Menschen daran hindern „zu gehen“, sollten ausgeräumt werden.

Die Prömmerinnen, umrahmten den Mittagsempfang musikalisch. Gesponsert wurden sie von der Volkskultur Niederösterreich.

Wie sehr auch im Alter ein erfülltes Leben möglich ist, erzählte Mathilde Schwabeneder-Hain. Sie erinnerte an beeindruckende Biographien, etwa der Chirurgin Dr. Heidi Wrabetz, die nach ihrer Pensionierung in Ghana ein Krankenhaus aufbaute. Zuletzt vermittelte P. Michael Hüttl Ermutigung am Beispiel biblischer Frauengestalten: „Mirjam sang ihnen vor: Singt dem Herrn ein Lied, / denn er ist hoch und erhaben!“ (Ex 15, 21). Die vorgestellten Frauen zeichneten sich durch Klugheit und entsprechendes Handeln aus: Sarah und Hagar, Tamar, Deborah und andere. Das Wissen darum, dass „Die Seele die Farbe deiner Gedanken annimmt“ (Marc Aurel), soll zu Aktivität und Gemeinschaft ermutigen und damit der Entmutigung entgegenwirken.

Die Veranstaltung wurde von der Seniorenpastoral der Diözese St. Pölten und der Erzdiözese Wien unter der Leitung von Edith Habsburg-Lothringen und Beatrix Auer mit Gabriele Fahrafellner als verantwortlicher Organisatorin durchgeführt. Mehr als 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen nahmen teil. Möge dieser Tag die verantwortlichen Seniorinnen und Senioren ermutigen mit neuem Schwung ihrer Arbeit in den Pfarren und Gruppierungen nachzugehen!

Walter Feninger, Vorsitz. Stellvertreter