Bibel.bewegt älter werden

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Es fällt leichter, etwas „über ältere Menschen in der Bibel“ zu erzählen als selber „mit der Bibel älter zu werden“. Trotzdem werde ich nicht von diesen Personen schreiben, z.B. Noach (Gen 6-10), Abraham und Sara (Gen 12-25), Moses (Ex und Dtn), Tobit (siehe das gleichnamige Buch), Zacharias und Elisabeth (Lk 1), das Zeugnis von Simeon und Hanna (Lk 2,21-40) etc.
Mit „Bibel.bewegt“ (http://bibel.bewegt.dsp.at) werden in der Diözese St. Pölten Initiativen gesetzt, damit Menschen jeden Alters befähigt werden, die Heilige Schrift zu lesen, zu hören und zu verstehen.
„Ich bleibe derselbe, so alt ihr auch werdet, bis ihr grau werdet, will ich euch tragen. Ich habe es getan und ich werde euch weiterhin tragen, ich werde euch schleppen und retten.“ (Jes 46,4). Es geht also um die Begegnung mit Christus, der im Wort der Heiligen Schrift zu mir spricht. Wichtiger als das Wissen ist die Gewissheit, dass Er mir nahe ist - auch wenn ich nicht alles verstehe.
Wie wird aus einer zufälligen und beiläufigen Begegnung eine verlässliche und wertschätzende Beziehung? 10 Empfehlungen sollen motivieren, in der Bibel „einfach zu lesen“:

Heute: Beginnen Sie noch heute ein Stück in der Bibel zu lesen - und tun Sie es immer wieder.
Bibeltext: Besorgen Sie sich eine Bibel. Zusätzlich gibt es sehr gute Publikationen, die ein regelmäßiges Lesen erleichtern, z.B. die Kirchenzeitung der Diözese St. Pölten „Kirche bunt“, das „Biblische Sonntagsblatt“ vom Bibelwerk Linz oder „Magnificat. Das Stundenbuch“. Das Seniorenreferat und der Behelfsdienst der Pastoralen Dienste beraten Sie gerne.
Tempo: Die Kunst des Bibellesens besteht darin, das Tempo zu verlangsamen und beim Text zu „verweilen“.
Methoden: Ob alleine oder mit anderen – wechseln Sie die Methode. Lesen Sie laut und bringen Sie den Text zum Klingen. Schreiben Sie die Bibelstelle mit der Hand z.B. das Sonntagsevangelium. Unterstreichen Sie einzelne Worte (Personen; Zeitworte; direkte Rede usw.). Malen Sie ein Bild zur Textpassage. Hören Sie den Text.
Absicht: Für wen wurde der Text geschrieben? Was will der Text mir sagen? Wozu werde ich motiviert?
Gemeinschaft: Lesen Sie ganz persönlich in der Bibel. - Suchen Sie aber auch die Gemeinschaft z.B. beim Sonntagsgottesdienst, in Bibelrunden oder mit Einzelpersonen, um ihre Erfahrungen mitzuteilen.
Bibel teilen: Das neue Gotteslob bietet in der Nr 1 wertvolle Hinweise für das persönliche Schriftlesen und für das Bibel teilen in Gemeinschaft.
Fragen: Haben Sie keine Angst, wenn Fragen auftauchen. Machen Sie sich Notizen, wenn Fragen offen bleiben und immer wieder kommen. Stellen Sie die Fragen bei Zusammenkünften – besonders auch den „Spezialisten“.
Ort für das Wort: Geben Sie der Bibel (bzw. den biblischen Texten) einen guten Platz in der Wohnung – griffbereit und gut einsehbar.
Anfangen: Weniger ist mehr! - Beginnen Sie mit dem Sonntagsevangelium. Versuchen Sie fortlaufend – täglich – ein paar Verse zu lesen. Erkunden Sie später größere Zusammenhänge, indem Sie ein ganzes Buch lesen z.B. das Markusevangelium, die Apostelgeschichte oder die eingangs erwähnten Schriftstellen.
Letztlich gilt, was uns Prof. Erich Zenger (Alttestamentler aus Münster) hinterlassen hat: „Mit der Bibel ist es wie mit dem Brot. Über das Brot kann man diskutieren, man kann es analysieren und in seine Bestandteile auflösen, doch nur dem, der das Brot isst, gibt und stärkt es das Leben.“
Bischofsvikar Dr. Gerhard Reitzinger